Schattenwurf - Kernschatten - Schlagschatten

Windkraftanlagen mit horizontaler Drehachse 3-2-1 Rotoren verursachen einen periodischen Schattenwurf bei Sonneneinstrahlung. Durch die jahreszeitlich unterschiedliche Bewegung der Sonne (Sonnenstand), wandert der Schatten einer Windkraftanlage.

 

Morgens ist der Schatten sehr lang, dieser Schatten kann dann auch Häuser in der Umgebung betreffen. Je weiter die Häuser entfernt sind umso schneller geht der Schattenwurf an den Häusern vorrüber. Mit zunehmender Entfernung hellt sich der Schatten immer weiter auf und ist ab der Belästigungsgrenze nicht mehr wahrzunehmen. Den dunkelsten Teil des Schattens nennt man Kernschatten.

Vorschriften für den Rotorschatten und Lichtreflexe ("Disco-Effekt") von Windkraftanlagen :

 

    • darf maximal 8 Stunden/Jahr auf schutzwürdige Räume fallen
    • darf maximal 30 Minuten/pro Tag auf schutzwürdige Räume treffen

 

Für die Beurteilung der Einwirkung durch Lichtblitze und bewegten, periodischen Schattenwurf durch den Rotor einer Windenergieanlage hat der Gesetzgeber bisher keine rechtsverbindlichen Vorschriften mit Grenz- oder Richtwerten erlassen oder in Aussicht gestellt. (Stand 2012 - Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG))

 

Schutzwürdige Räume sind :

 

    • Wohnräume, einschließlich Wohndielen
    • Schlafräume, einschließlich Übernachtungsräume in Beherbergungsstätten
    • Bettenräume in Krankenhäusern und Sanatorien
    • Unterrichtsräume in Schulen, Hochschulen und ähnlichen Einrichtungen
    • Büroräume, Praxisräume, Arbeitsräume, Schulungsräume und ähnliche Arbeitsräume
    • direkt an Gebäuden beginnende Außenflächen (z. B. Terrassen und Balkone zwischen 6:00 - 22:00 Uhr)
    • unbebaute Flächen in einer Bezugshöhe von 2 m über Grund an dem am stärksten betroffenen Rand der Flächen, auf denen nach Bau- oder Planungsrecht Gebäude mit schutzwürdigen Räumen zulässig sind

 

Dabei ist anzunehmen, dass immer ungetrübter Sonnenschein herrscht, die Rotorschatten immer den größtmöglichen Schatten wirft und die Windkraftanlage immer in Richtung der Sonne ausgerichtet ist.
Wenn eine Abschaltautomatik eingesetzt wird, welche keine meteorologischen Parameter berücksichtigt (z.B. Intensität des Sonnenlichtes, Sonnenstand, Wetter...), ist diese auf die maximal mögliche Beschattungsdauer von 30 Stunden pro Kalenderjahr zu begrenzen. Wird eine Abschaltautomatik eingesetzt, welche meteorologische Parameter berücksichtigt, ist diese auf die tatsächliche Beschattungsdauer von 8 Stunden zu begrenzen. Dabei ist anzunehmen, dass immer ungetrübter Sonnenschein herrscht, die Rotorschatten immer den größtmöglichen Schatten wirft und die Windkraftanlage immer in Richtung der Sonne ausgerichtet ist.

 

Schattenwurf einer Windkraftanlage 140m Höhe mit einer Blatt Tiefe von 2m (beispielsweise 2MW Windenergieanlage) Quelle : Daten aus HK nach Landesumweltamt NRW, Sachinformation Optische Immissionen von Windenergieanlagen
Schattenwurf einer Windkraftanlage 140m Höhe mit einer Blatt Tiefe von 2m (beispielsweise 2MW Windenergieanlage) Quelle : Daten aus HK nach Landesumweltamt NRW, Sachinformation Optische Immissionen von Windenergieanlagen




Hinweise zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen (WEA-Schattenwurf-Hinweise) Quelle:www.sachsen.de
Hinweise zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen (WEA-Schattenwurf-Hinweise) Quelle:www.sachsen.de