Bakterienzahlen vor und nach Hygienisierung, Philipp et al. (2005)
Bakterienzahlen vor und nach Hygienisierung, Philipp et al. (2005)

Hygienisierung

Verarbeiten Biogasanlagen Substrate tierischen Ursprungs ist die Installation einer Hygienisierungsstufe unerläßlich. Durch die Hygienisierung dieser Stoffe wird die seuchenhygienische Unbedenklichkeit der Biogasanlage sowie deren Ausgangsprodukte sichergestellt.

 

Die Hygienisierung gewährleistet eine strikte Trennung von hygienisiertem und nicht hygienisiertem Material, so dass eine Rückvermischung beider Substratströme ausgeschlossen ist.

 

Die Bedingungen für eine Hygienisierung werden durch die EG-Hygieneverordnung geregelt. Gemäß der Richtlinie 1069/2009 eh. 1774/2002 müssen Substanzen, die der Hygienevorschrift unterliegen, für eine Stunde auf eine Temperatur von mindestens 70° C erhitzt werden. Dabei dürfen die Teilchen nicht größer als maximal 12 mm sein, um eine sichere Pasteurisierung zu gewährleisten.

 

Die oben stehende Grafik (aus: Philipp et al. (2005)) gibt einen Einblick über die Menge an bakterieller Biomasse in Gülle sowie über die Anzahl der verschiedenen Indikator-Spezies. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Beimischung von Co-fermenten zu einem Anstieg der Bakterienzahl führt (Hyg. in). Direkt nach der Hygienisierung sind die beprobten Indikatororganismen nicht mehr nachweisbar. Im Verlauf der mesophilen Faulung steigen z.B. Enterococcen-Zahlen wieder leicht an. 

 

Weiterführende Artikel: Hygienisierung Dissertation und Hygienisierung LFL