Befüllen einer Trockenfermentationsanlage
Befüllen einer Trockenfermentationsanlage

Trockenfermentation

Bei Trockensubstanzgehalten > 15% spricht man von Trockenfermentation.

 

Trockenfermentation zeichnet sich in der Regel durch Batch-Verfahren aus, bei denen biogene Stoffe z.B. Bioabfall oder auch nachwachsende Rohstoffe für 28 - 30 Tage bei 40°C vergoren werden.

Die Vermischung von frischem Material im Verhältnis 40:60 mit ausgefaultem Substrat dient hierbei der Animpfung der Biomasse. Strukturreiche und holzartige Biomasse kann bis zu einem Anteil von ca. 20% mitgenutzt werden.

Eine ausreichende Befeuchtung des Materials wird durch Rückführung der im Prozess anfallenden Flüssigkeit (Perkolat) sichergestellt.

Trockenfermentation im EEG

Weitere Kriterien zur Trockenfermentation werden im EEG und seinen Ausführungsbestimmungen erläutert:

 

1) Es werden stapelbare Substrate mit einem durchschnittlichen Wassergehalt von in der Regel unter 70 Prozent eingesetzt. Da das Kriterium der "Stapelbarkeit" gegeben sein muss, können die eingebrachten Substrate TS-Gehalte von bis zu 50 % haben. Bei höheren TS-Gehalten fehlt den Bakterien die nötige Flüssigkeit zur eigenen Beweglichkeit und zum Nahrungstransport.

 

Unabhängig davon sind Maissilage, Getreideganzpflanzensilage, Rinderfestmist, Schweinefestmist, Pferdemist, Grassilage, frischer Grasschnitt, Rübenblattsilage und Rapsganzpflanzensilage auch dann zulässige Substrate, wenn der Wassergehalt im Einzelfall über 70 Prozent liegt.

 

2) Die Raumbelastung muss mindestens 3,5 kg organische Trockensubstanz pro Kubikmeter effektives Nutzvolumen und Tag betragen. Das effektive Nutzvolumen ist das im normalen Betriebszustand maximal mit Substrat füllbare Fermentervolumen und wird durch alle Zufuhreinrichtungen in den oder die Fermenter und den Ablauf des letzten Fermenters begrenzt. Die Raumbelastung wird ermittelt aus den im Betriebstagebuch dokumentierten Substratmengen und deren durchschnittlichen Gehalten organischer Trockensubstanz. Stoffkreisläufe innerhalb der Anlage sind vor dem Probenahmepunkt im Ablauf vorzusehen, andernfalls ist das Rezirkulat als zusätzliches Einsatzsubstrat anzusehen.

 

3) Das Essigsäureäquivalent der organischen Fracht am Ausgang der letzten Fermenterstufe des effektiven Faulraumes darf maximal 2000 mg/l betragen.

Trockenfermentation - Stand der Entwicklung, Quelle: FNR (2006)


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